Allgemeines
Jedes Jahr muss ca. 70.000 Bundesbürgern mitgeteilt werden,
dass sie an einem Darmkrebs erkrankt sind, zur Zeit
sterben jährlich noch 30.000 dieser Patienten an diesem Tumor.
Mit einer Optimierung der Betreuung der Patienten von der
Aufklärung über die Vorsorge und Behandlung bis hin zur
Nachsorge will auch das Schönebecker Klinikum helfen,
die Prognose der Erkrankten zu verbessern.
Um alle Interessierten über die Krankheit besser aufzuklären,
informieren wir in regelmäßigen Veranstaltungen über das
persönliche Risiko für die Entstehung von Dickdarmtumoren.
Dabei kann man erfahren, dass regelmäßige Bewegung
nicht nur dem Kreislaufsystem zugute kommt, sondern
damit auch einem bösartigen Tumor vorgebeugt werden
kann. Welche Rolle spielen Obst und Gemüse zur
Vermeidung von Darmkrebs, wann ist eine Vererbung
wahrscheinlich, wie wird operiert, welche Wirkungen und
Nebenwirkungen hat eigentlich die Chemotherapie und
wann ist ein künstlicher Darmausgang notwendig sind nur
einige Fragen, die im Rahmen von Informationsveranstaltungen
beantwortet werden.
Vorsorge
Die bewährte Vorsorge wie die Bestimmung von Blut im Stuhl
und vor allem die Darmspiegelung mit einem flexiblen Gerät wird
gemeinsam mit Ihren Hausärzten und auch den Spezialisten
Dr. med. F. Ahrend in Schönebeck und Dr. med. Ulrich
in Calbe weiter intensiviert. Bei der „Koloskopie“ wird der
Darm mit einem flexiblen Schlauch gründlich und
vollständig untersucht. Wucherungen der Schleimhaut – Polypen –
werden dabei gleich mit entfernt, wenn sie nicht zu tief
ausgedehnt wachsen. Aus den meist gutartigen Polypen
kann sonst der Darmkrebs entstehen. Allerdings dauert
dieser Prozess mindestens 5 bis 10 Jahre. Obwohl Polypen
in jedem Alter im Darm entstehen können, erhöht sich ab
dem 40. Lebensjahr das Risiko für diese Wucherungen
deutlich, vom 50. Lebensjahr an steigt dann auch
das Krebsrisiko. Da die Heilungschancen für Darmkrebs
im Frühstadium sehr gut sind, setzt hier die Vorsorge an,
damit möglichst in frühen Stadien die Behandlung begonnen
werden kann.
Behandlung
Im Falle eines bösartigen Darmtumors wird die gesamte
Behandlungskette unter Einbeziehung aller Beteiligten
optimiert. Dazu werden wöchentliche Zusammenkünfte
so genannte Tumorkonferenzen durchgeführt, in die alle
Betreuenden wie Diagnostiker aus der Niederlassung und
dem Klinikum, die Chirurgen, die Strahlentherapeuten der
Magdeburger Uniklinik und auch die für eine eventuelle
Chemotherapie verantwortlichen Ärzte der Inneren Klinik
eingebunden sind. So wird für jeden Patienten eine auf ihn
und den Tumor maßgeschneiderte Behandlung eingeleitet.
Fast immer ist dabei die Operation in einer erfahrenen Klinik
wie der Chirurgie in unserem Haus die tragende Säule der
Behandlung. Bei weniger in die Tiefe wachsendem Krebs
kann sie allein schon ausreichend sein. Eine Chemotherapie
sollte sich bei größerer Ausdehnung oder auch dem Nachweis
sehr aggressiver Zellen im Tumor anschließen. Oft ist sie
sogar ambulant in unserer Tagesklinik oder bei
dem mit uns zusammenarbeitenden niedergelassenen
Onkologen Dr. med. Machura möglich.
Die Bestrahlungstherapie ist vor allem für den Mastdarmkrebs
entscheidend. Vor einem chirurgischen Eingriff eingesetzt
kann dadurch in bestimmten Stadien der Operationserfolg
und natürlich auch das Gesamtergebnis verbessert werden.
Häufig wird diese Behandlung mit einer Chemotherapie kombiniert.
Haben die Untersuchungen ergeben, dass der Darmkrebs
bereits Metastasen in anderen Organen hervorgerufen hat,
liegt leider schon ein fortgeschrittenes Stadium vor. Je nach
Ausmaß sind aber doch noch Heilungschancen gegeben.
Die dann beste Behandlungsmethode wird dann für
jeden individuellen Patienten im Rahmen der Tumorkonferenzen
festgelegt.
Ferner besteht unter bestimmten Voraussetzungen für unsere Patienten des Darmzentrums die Möglichkeit in klinische Studien eingeschlossen zu werden (AIO KRK 0207 Phase III Studie beim metastasierten KRK, ML21520 (NIS beim metastasierten kolorektalen Karzinom), NIS zur Effizienz von Erbitox (Cetuximab) First-line Therapie metastasiertes KRK mit Wildtyp-KRAS-GEN).
Betreuung danach
Durch die Organisation der Nachbetreuung in Zusammenarbeit mit
Ihren Hausärzten, dem niedergelassenen Onkologen Dr. med. Machura
und unseren Kooperationspartnern Dr. med. Ahrend und
Dr. med. Ulrich wird gewährleistet, dass die Nachsorge wie von den
Fachgesellschaften empfohlen abläuft und auf ein erneutes
Krebswachstum oder Komplikationen sofort reagiert werden kann.
Bereits zu Beginn der Behandlung ist der Kontakt zu Selbsthilfegruppen
möglich, die nicht nur über die Probleme im Umgang mit einem
künstlichen Darmausgang informieren, sondern gemeinsam mit
den Mitarbeitern der Fürsorge Hilfe und Unterstützung bei der
Lösung von Problemen anbieten.
Die organisatorischen Fäden bei der Optimierung der Betreuung halten
die Kliniken für Chirurgie und Innere Medizin unseres
Klinikums Schönebeck vertreten durch die beiden Chefärzte in den
Händen. Aktuelle Empfehlungen und Leitlinien von Expertengremien
sowie neueste wissenschaftliche Erkenntnisse stellen dabei
die Grundlage für die Planung und Durchführung der Behandlung
dar mit dem Ziel, die Sterblichkeit an Darmkrebs zu senken.
Ansprechpartner
Leiter des Darmzentrums im Klinikum Schönebeck
Dr. med. Andreas Thews,
Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Visceral- und Gefäßchirurgie
Der zentrale Ansprechpunkt ist die Koordinationsstelle des Darmzentrums im Klinikum Schönebeck im Chefarztsekretariat der Klinik für Chirurgie,
Koordinatorin: Chirurgie
Frau Christine Guhr, Funktionsoberärztin, Fachärztin für Chirurgie
Anschrift Koordinationsstelle:
Darmzentrum Klinikum Schönebeck GmbH
Klinik für Allgemein-, Visceral- und Gefäßchirurgie
Köthener Str. 13
Chefarztsekretariat Klinik für Chirurgie
Annett Kroon
Fon: 0 39 28 / 64 11 01
Fax: 0 39 28 / 64 11 08
Unsere Darmsprechstunde in der Not- und Unfallaufnahme:
Montag bis Donnerstag
13.00 Uhr – 15.00 Uhr
Fon: 0 39 28 / 64 10 20
Ansprechpartner für studienrelevante Fragen:
Frau Dipl.- Med. Annette Schmalenberger
Hausärztliche Internistin, Außenstelle des MVZ
- Haematologie, Onkologie, Palliativmedizin -
Dienstag 13.00 – 18.00 Uhr
Donnerstag 8.00 – 12.30 Uhr
und nach Vereinbarung unter: Tel. 03928 / 64 22 51
Stand:16.01.2012

